AM TECH EUROPE Ltd. 11-12/04

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| Modernes Taxameter mit GPRS-Anbindung: Das I-Taxi-System besteht aus einem Pocket-PC mit Mobilfunk-Karte, einer Blackbox und einem Bluetooth-Drucker.
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Pocket-PCs als High-Tech-Taxameter Norwegens Taxis auf neuen Wegen Reportage Innovation im hohen Nordern: Ein Trondheimer Taxi-Unternehmen hat seine alten Taxameter gegen Pocket-PCs und Bluetooth-Mobildrucker ausgetauscht, die per GPRS mit der Zentrale verbunden sind. Das System ist nicht nur günstiger als eine Speziallösung, sondern bietet viele zusätzliche Vorteile. »So konnten wir nicht mehr weiter arbeiten«, erzählt Åsmund Tømmervåg. »Wir mussten unsere Taxameter ständig selbst reparieren, und zudem war der Arbeitsaufwand viel zu kompliziert«. Åsmund Tømmervåg arbeitet für »SørTrøndelag Taxi AS«, ein Taxi-Unternehmen mit Sitz im norwegischen Trondheim. Trondheim war die erste Hauptstadt Norwegens, sie wurde im Jahr 997 vom Wickingerkönig Olav Tryggvason gegründet. Heute hat die Stadt über 150000 Einwohner und gilt als eines der wichtigsten Technologie-Zentren Norwegens. Das Taxi-Unternehmen koordiniert 160 Taxis in Sør-Trøndelag, einem Bezirk in Mittelnorwegen, der Trondheim umgibt. Während das Unternehmen selbst in Trondheim sitzt, verkehren die Vertrags-Taxifahrer nur außerhalb der Stadt. Jeder Taxifahrer ist ein kleiner Unternehmer, der seine Aufträge jedoch direkt von der Zentrale in Trondheim erhält. Die Zentrale selbst hat nur zehn Angestellte. Datenübertragung nach alter Methode Die technischen Ausstattungen, die das Unternehmen bis vor kurzer Zeit einsetzte, war nicht mehr auf dem neuesten Stand. Für die Kommunikation zwischen der Zentrale und den Taxis wurden Mobiltelefone, aber auch Funkgeräte verwendet. Die Taxifahrten wurden von einem Taxameter protokolliert, das aus dem jahre 1989 stammte. Die Belege für die einzelnen Fahrten wurden ebenfalls mit diesem recht alten Gerät gedruckt. Das System wies mit der Zeit eine ganze Reihe von Nachteilen auf. Bei einem Taxi-Unternehmen müssen hin und wieder neue Tarife hinterlegt werden. Außerdem müssen die aufgezeichneten Daten regelmäßig an die Zentrale übermittelt werden, damit sie dort für die Abrechnung ausgewertet werden können. Für diese beidseitige Datenübertragung wurde ein etwas altertümlich anmutendes Verfahren verwendet: Zweimal im Monat fuhren alle Taxifahrer zur Zentrale, wo sie die gesammelten Daten des halben Monats vom Taxameter auf eine RAM-Karte spielten. Diese Karte wurde ins Büro getragen und dort mit dem PC anhand von Kartenlesen ausgelesen und somit ins zentrale System überspielt. Eines der Probleme war die Haltbarkeit dieser RAM-Karten, die ja schon älteren Datums waren. Wenn eine dvon nicht mehr funktionierte, musste man Ersatz beschaffen - allerdings wird diese RAM-Karten-System schon gar nicht mehr produziert. Auch die Kartenleser werden nicht mehr hergestellt, laut Åsmund Tømmervåg schon seitacht Jahren nicht mehr. Die Folge: Die Mitarbeiter der Firma mussten jeden Monat eine Reihe von Karten und Lesegeräten reparieren. Dies und der hohe Zeitaufwand für die Taxifahrer, die ja eigens für die Datenübertragung anreisen mussten, ließen nur einen Schluss zu: Ein neues Taxameter- und Datenübertragungssystem mussten angeschafft werden. 
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| Ins Navigationssystem lässt sich auch der aktuelle Stand des Taxameters einblenden - so hat der Kunde jederzeit einen Überblick über die Koste |
Pocket-PCs und I-Tax Die Firma SørTrøndelag Taxi AS wollte diesmal nicht mehr zu speziellen, teuren Taxametern greifen. »Wir wollten eine Lösung, die auf Standartkomponenten basiert, die man im ganz normalen Handel kaufen kann«, erzählt Åsmund Tømmervåg. Man wurde auf ein System aufmerksam, das genau diese Voraussetzung erfüllte: »I-Taxi« der norwegische ITF aus Kongsberg und der Marketing Trading Export GmbH (C-POS mobile) aus Norderstedt. Das I-Taxi-System ist eine umfassende mobile Lösung für Taxi-Unternehmen. Die Buchung von Taxifahrten, Ihre Zuordnung auf das richtige Fahrzeug mittels einer Straßenkarte am PC, GPS-Navigation, Taxameter mit Kreditkarten-Leser, eine Alarmfunktion mit GPS-Positionierung - all diese Funktionen kann I-Taxi abdecken. I-Taxi beruht auf mobilen Standard-Komponenten. Die zentrale Einheit bilden eine neu entwickelteBlackbox und ein Hewlett-Packard iPaq h2210, der in einer Autohalterung der schwedischen Firma Brodit sitzt. Im iPaq sitzt eine Audiovox-GPRS-Karte im Compact Flash-Format, über die die Kommunikation mit der Zentale abgewickelt wird. Wahlweise kann natürlich auch ein beliebiger anderer Pocket-PC mit Bluetooth oder ein industrieller PDA eingesetzt werden. Bluetooth zusammen mit der eingesetzten Software ist in diesem Fall entscheidend, da der iPaq mit dieser Kurzstrecken-Funktechnik mit den zwei weiteren wichtigen Modulen kommuniziert: Dem »C-POS Mobile Spektrum I«, einem mobilen Thermotransfer-Drucker mit eingebautem Magnetkartenleser, und der Blackbox. Beide kommunizieren über ein speziell entwickeltes Druckprogramm für Pocket PC/Windows Mobile 2003 unter Bluetooth, wobei das Druckprogramm auch in die verwendete TomTom-Navigationssoftware integriert worden ist. Mobiler Thermo-Drucker Der C-POS-Drucker wird außer mit Bluetooth wahlweise auch nur mit Infrarot-Schnittstelle ausgeliefert. Eine Schnittstelle zu Pocket-PCs ab dem Betriebssystem 2002 ist bereits über das Druckprogramm C-POS PrintOffice integriert. Der Drucker verfügt über einen wiederaufladbaren Nickel-Metallhydrid-Akku, ein Netzteil ist im Lieferumfang enthalten. Mittels des Thermo-Transfer-Verfahrens können Papierrollen mit der Breite von 58 Millimetern bedruckt werden – in einer Qualität von 203 Punkten pro Zoll. Mit Abmessungen von 135 mal 36 mal 81 Millimetern (Länge mal Höhe mal Breite, ohne Kartenleser) empfiehlt sich das Gerät für mobile Einsätze wie beispielsweise im Taxi. Der Drucker wiegt inklusive Akku 300 Gramm. 
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| Mit einem Klick aufs Display erhält der Fahrer die detaillierten Daten des Auftrages - nun kann er ihn annehmen oder ablehnen. |
Umsetzung der Lösung Der C-POS Mobile Spektrum I erfüllt beim I-Taxi-System zwei Aufgaben: Einerseits werden mit ihm nach der Fahrt die Quittungen für die Kunden gedruckt. Andererseits kann darüber auch die Bezahlung abgewickelt werden: Die Kreditkarte wird durch den Kartenleser gezogen, wobei die Kreditkarten-Informationen ausgelesen werden. Die Daten werden über die Blackbox in den PDA gesendet. Per GPRS werden diese Daten nun an eine Kontrollstelle geschickt, woraufhin gegebenenfalls eine positive Rückmeldung direkt in den iPaq stattfindet. Dank dem Kartenleser können auch so genannte Kundenkarten verwendet werden. Das modulare system lässt sich auf relativ kleinem Raum am Armaturenbrett unterbringen und kann bei Bedarf einfach ausgetauscht werden. Das I-Taxi-System kam in Norwegen gut an. »Der Preis der Lösung war sehr attraktiv. Außerdem war die mobile Vernetzung der Geräte per GPRS ein Entscheidungsgrund«, erzält Åsmund Tømmervåg. Das Taxi-Unternehmen sah das System erstmals in Trondheim, daraufhin kam der Kontakt mit den Anbietern zustande. »Wir arbeiteten sehr eng mit ITF, Kongsberg, und Marketing Trading zusammen, das System wurde speziell auf unsere Bedürfnisse abgestimmt«. 
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| Wo immer in Mittelnorwegen sich die anderen Taxifahrer auch aufhalten - dank der Vernetzung der Geräte hat man immer den Überblick |
Bis jetzt sind 50 Taxis jeweils mit einem iPaq h2210, dem C-POS Mobile Spektrum I und der Blackbox ausgerüstet – weitere 50 folgen noch im Oktober. Über GPRS sind sie stets mit dem Server in der Trondheimer Zentrale verbunden. Die Taxifahrer kamen mit dem neuen Mini-Computer erstaunlich schnell zurecht – das lag nicht zuletzt daran, dass die Bedienungsoberfläche der I-Taxi-Software leicht an das frühere Taxameter angepasst wurde. Zudem waren die Fahrer an der Entwicklung beteiligt – sie konnten Anregungen geben und Kritik üben. 
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| Kompakt und unauffällig: Die beiden Geräte am Armaturenbrett des Taxis montiert - eine Sache von wenigen Handgriffen in der Werkstatt |
Neuer Arbeitsablauf 
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| Auch zwischen den einzelnen Taxis kann nan mit dem I-Taxi-System eMails verschicken - etwa um Stauwarnungen durchzugeben |
»Das System verbindet die wirtschaftliche Seite und die logistische Seite eines Taxi-Unternehmens – eine sehr leistungsfähige Lösung«, findet Åsmund Tømmervåg. Der Arbeitsablauf hat sich seit der Einführung der Lösung beträchtlich geändert. Wenn ein Kunde in der Zentrale anruft, werden seine Daten und Wünsche direkt auf dem PC erfasst. Allein aufgrund des Namens können die Mitarbeiter der Zentrale oft schon die genaue Adresse bestimmen, da im PC das digitale Telefonbuch der Region hinterlegt ist. Das System bestimmt nun automatisch den Fahrer, der sich gerade am nächsten zum Standort des Kunden aufhält. Per GPRS werden die erfassten Daten dann an den betreffenden Fahrer gesandt – dieser kann die Daten sofort auf dem Display seines iPaq einsehen. Kennt er sich in der Gegend nicht perfekt aus, kann er sich die Adresse des Kunden auch im Navigationssystem anzeigen und sich hinführen lassen. Zu diesem Zweck ist der »TomTom Navigator« auf dem Pocket-PC installiert, eines der erfolgreichsten Navigationsprogramme für Windows Mobile. Die von der Zentrale geschickte Adresse wird auf Wunsch automatisch von der Taxi-Anwendung ins Navigationssystem übertragen. Sobald der Kunde das Taxi besteigt, startet der Fahrer das virtuelle Taxameter. Wiederum liest der Fahrer auf seinem Pocket-PC die Zieladresse ab und nimmt die Fahrt auf, eventuell unterstützt vom GPS-Navigationssystem. Nach der Fahrt drückt er mit dem Stift auf das Display des Pocket-PCs – das virtuelle Taxameter wird angehalten, und der Kunde erhält auf Wunsch seinen Beleg, direkt vor Ort im Taxi ausgedruckt über den mobilen Thermotransfer-Drucker. 
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| Jede beliebige Adresse kann der Nutzer des Navigationssystems natürlich auch ohne einen konkreten Auftrag nachsehen |
Für den Taxifahrer selbst hat sich also gar nicht so viel geändert – was wiederum sicher von Vorteil bei der Einführung war, da keine umständlichen Vorgänge geübt werden mussten.

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| Den iPaq im Blick: der Taxifahrer verwendet den Pocket-PC auf Wunsch gleichzeitig als GPS-Navigationssystem, damit er alle Adressen findet |
Für die Zentrale bringt das System aber enorme Arbeitsersparnisse mit sich. Denn bei jeder Kontaktaufnahme per GPRS werden automatisch die Daten des Taxis an die Zentrale übertragen. Die Daten liegen also zeitnah im Büro vor, somit hat das Unternehmen einen wesentlich besseren Überblick über seine Fahrer. Zudem entfällt das regelmäßige Pilgern zur Zentrale, um per RAM-Karte Daten zu übertragen. 
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| In der Zentrale können die Mitarbeiter Kundenadressen auch im Internet nachsehen - diese werden dann automatisch ins zentrale System übernommen. |
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| Durch die Vernetzung der iPaqs können auch interne Informationen an alle Fahrer verschickt werden - etwa der Ort einer Polizeikontrolle. |
Sehr zufrieden Åsmund Tømmervåg äußert sich positiv zu I-Taxi. »Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung – sie ist wirklich gut. Und auch die Fahrer sind sehr zufrieden«, sagt er. Sein Unternehmen habe damit »die ideale Lösung« gefunden. Solche Aussagen freuen Carl-Heinz Christesen von der Marketing Trading Export GmbH in Nordertstedt und Jan Erik Kallerud von ITF in Kongsberg. Und gleichzeitig steigert es ihnen eine gewisse Hoffnung, und diese Hoffnung heißt Europa. »Wir hoffen, dass wir dieses System auch bald in die EU-Länder Europas bringen können.« Bisher scheitert dies noch an den strengen EU-Regelungen. Taxameter müssen eine umfangreiche Eichungs-Prozedur durchmachen, bevor sie für den Einsatz in EU-europäischen Taxis zugelassen werden. Derzeit sei man in Holland besonders aktiv, um dort eine Zulassung für das System zu bekommen. Im Nicht-EU-Land Norwegen war dies laut Carl-Heinz Christesen bedeutend einfacher – eine Frage der Mentalität? »Die skandinavischen Staaten sind die Vorreiter für neue Systeme – wir in Deutschland liegen ungefähr drei Jahre zurück«, sagt Christesen. »Wann immer ein mobiles System bei uns eingeführt wird, ist es grundsätzlich zuvor schon in Skandinavien gelaufen.« Doch dies ändert sich auch hierzulande rapide wie Carl-Heinz Christesen zu bemerken glaubt. »Die Industriebetriebe erkennen immer mehr, was für einen Nutzen sie von echter Mobilität haben – und damit meine ich nicht nur Handys, sondern richtige mobile Computer wie eben Pocket-PCs.« Vorbild Norwegen? Von der Erfahrung des norwegischen Taxi-Unternehmens könnten sicherlich auch hierzulande manche Firmen profitieren. Offensichtlich sind geschickt gewählte Standardkomponenten günstiger als Spezialgeräte. Wenn man sie so elegant drahtlos verbindet wie den Pocket-PC mit dem Bluetooth-Drucker bei I-Taxi, erhält man zudem ein modulares System, dessen Komponenten man bei einem Defekt jederzeit problemlos austauschen kann, ohne dass gleich das ganze System ausfällt. Der Pocket-PC scheint sich für solche modularen Konzepte besonders zu eignen – bietet er doch ständig wachsende Computing-Power bei immer noch fallenden Preisen. Quelle: Philipp Rauschmayer / Pocket-PC Magazin 11-12/04 |